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15.05.2009  

11.000 Erzieherinnen im Streik

Am ersten Tag der Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst haben heute 11.000 Beschäftigte bundesweit die Arbeit niedergelegt. Schwerpunkte der Streiks waren in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bremen. In Bremen, Kassel und Mainz beispielsweise blieben bis auf die Notdienste alle kommunalen Kitas geschlossen.

Die Beschäftigten haben die Kitas bestreikt, um Druck für einen Gesundheitsschutz-Tarifvertrag zu machen. „Die Streiks haben gezeigt, dass die Beschäftigten bereit sind, für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Die Arbeitgeber müssen in der nächsten Runde ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch legen. Sie sind gut beraten, sich von ihrer Hinhaltetaktik zu verabschieden“, sagte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad am Freitag in Frankfurt a.M. Sie kündigte eine zweite Streikwelle für Montag und Dienstag kommender Woche an.

Seitenabschnitte:

Rheinland-Pfalz

Unmittelbar nach der erfolgreichen Urabstimmung wurden die Beschäftigten der kommunalen Kindertagesstätte in Mainz und Ludwigshafen bereits für heute zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Dem Aufruf folgten unerwartet viele Kolleginnen und Kollegen. In Mainz wurden alle, in Ludwigshafen so gut wie alle Kindertagesstätten bestreikt. Den ganzen Tag über meldeten sich Kindertagesstätten aus Rheinland-Pfalz bei der GEW-Landesgeschäftsstelle und baten um Einbeziehung in den Arbeitskampf.



Fotos: Peter Blase-Geiger


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Saarland

In Neunkirchen an der Saar gelang es, alle kommunalen Kitas zu bestreiken.
Nachdem man sich am Streiklokal gesammelt und in die Streiklisten eingetragen hatte, zogen die rund 200 streikenden Kolleginnen und Kollegen, dem nass-kalten Wetter mit heißen Samba-Rhytmen trotzend, durch die Neunkirchener Innenstadt zur Abschlusskundgebung am Stumm-Platz.



Fotos: Michael Landau


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Schleswig-Holstein

Am Freitag, 15. Mai, haben die bundesweiten Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst begonnen. Rund 350 Beschäftigte der kommunalen Einrichtungen in Kiel haben an diesem Tag die Arbeit niedergelegt und so ein deutliches Zeichen für einen Gesundheitstarifvertrag und eine bessere Eingruppierung gesetzt. Mit einer Demonstration durch Kiel und einer Kundgebung vor dem Sitz des kommunalen Arbeitgeberverbandes Schleswig-Holstein haben die Streikenden ihre Forderungen in die Öffentlichkeit getragen. Weitere Streikaktionen werden folgen, um den Verband der kommunalen Arbeitgeber (VKA) von seiner Blockadehaltung abzubringen.

Bereits am 6. Mai hatten die GEW und ver.di zum Warnstreik in Kiel aufgerufen und zu einer Streikversammlung ins historische Gewerkschaftshaus geladen. Diesem Aufruf sind trotz der sehr kurzfristigen Mobilisierung mit rund 250 Streikenden knapp 50 Prozent der kommunalen Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst in Kiel gefolgt.

Die Streikenden haben deutlich gemacht, dass sie die schlechte Bezahlung des pädagogischen Personals und die hohe Arbeitsbelastung im Sozial- und Erziehungsdienst nicht weiter einfach so hinnehmen werden. Der Druck auf die Arbeitgeber wird in den nächsten Wochen wachsen. Es ist jetzt an ihnen, die berechtigten Forderungen der Beschäftigten ernst zu nehmen und ein tragfähiges Angebot für eine betriebliche Gesundheitsförderung und eine neue Entgeltordnung vorzulegen.



Text: Philipp Westphal, Bilder: GEW Schleswig-Holstein


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