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08.08.2008

Bericht vom Integrationskongress Hamburg 2008

Der Verband Integration an Hamburger Schulen e.V. (VIHS) veranstaltete vom 7. bis 9. Februar 2008 einen Kongress zum Thema GEMEINSAM LERNEN „Prävention – Integration - Inklusion – Integrative Schulen in Hamburg“. Die Bundesfachgruppen Grundschulen und Sonderschulen nahmen die Gelegenheit zur Teilnahme wahr und legten ihre gemeinsame Bundestagung auf diesen Termin in der Schule Slomanstieg / Veddel.

Ausgangspunkt

Die Schule der Zukunft ist eine inklusive Schule. Sie fördert die Entwicklung aller Schüler nach ihren individuellen Stärken und versucht Benachteiligungen Einzelner durch gezielte Hilfen auszugleichen. Über dieses Ziel sind sich Bildungsexperten und Politik in der ganzen Welt weitgehend einig. In Deutschland sieht die schulische Realität allerdings anders aus. Um dem inklusiven Anspruch gerecht zu werden und damit Schulen sich in diese Richtung entwickeln können, müssen in der Bildungspolitik deutlich andere Akzente gesetzt werden, nicht zuletzt in der Schulstruktur.

Hamburg zeigt seit vielen Jahren mit deutschlandweit einmaligen Organisations- und Unterrichtskonzepten integrativer Schulen, wie dies gelingen kann. Die Weiterentwicklung und Ausweitung dieser integrativen Konzepte muss vorangetrieben werden. Der VIHS wollte mit dem Kongress Impulse in der bildungspolitischen Diskussion zu diesem Thema setzen.

Der Kongress

Eingeladen wurden Experten aus ganz Deutschland und Italien (Südtirol), wo Inklusion durchgängiges Prinzip in allen Schulen ist. Vorträge und Diskussionsforen wurden angeboten. Daneben sollte die Hamburger Praxis nicht zu kurz kommen. Workshops von erfahrenen Praktikern und Hospitationsangebote integrativer Schulen zeigten Beispiele bewährter Praxis.

Als Schirmherrin konnte die ehemalige langjährige Schulsenatorin Rosemarie Raab gewonnen werden, in deren Amtszeit die integrativen Schulen in Hamburg entwickelt wurden. Insgesamt besuchten etwa 350 Pädagogen aus Schulen und Universitäten diesen interessanten Kongress, diskutierten untereinander und konnten sicherlich neue Impulse, Erfahrungen, Ideen, Fragen und Visionen für Ihre Arbeit aufnehmen. Ziel bleibt weiterhin die Stärkung des Inklusionsgedankens in der deutschen Bildungslandschaft.


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Die Veranstalter

Veranstaltet wurde der Kongress federführend vom Verband Integration an Hamburger Schulen VIHS, dies in Kooperation mit der GEW LV Hamburg, dem Grundschulverband LG Hamburg, der Arbeitsstelle Integration Universität Hamburg, der Landesarbeitsgemeinschaft Eltern für Integration e.V. und dem Elternverein Leben mit Behinderung. Weitere Informationen siehe Infokasten.


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Fazit des Kongresses

Nach den drei Tagen zog Angelika Fiedler, die Vorsitzende des VIHS (Verband Integration an Hamburger Schulen), folgendes Fazit:
" Die Schule der Zukunft muss eine Schule sein, in der jedes Kind willkommen ist und seinen Möglichkeiten entsprechend lernen kann. Eine Gesellschaft, die Kinder schon vor Schuleintritt und während der Regelschulzeit in „Sonderschulen“ aussondert, kann den im Grundgesetz verankerten Anspruch auf Chancengerechtigkeit nicht einlösen. Stattdessen beschämt sie Kinder durch eine frühzeitige Stigmatisierung, die diese und ihre Familien sehr deutlich wahrnehmen. Die Aussonderung hat auch nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen keinerlei lernförderliche Wirkung, im Gegenteil, die Kinder werden von einem anregungsreichen Lernmilieu, in dem auch andere Kinder als Lernvorbilder dienen können, ferngehalten.

In Hamburg zeigt die Arbeit der integrativen Regelschulen, dass gemeinsames Lernen für alle Kinder von Nutzen ist, wenn die Schule konzeptionell auf Heterogenität reagiert. Aus den vorgestellten wissenschaftlichen Untersuchungen ergibt sich, dass das Menschenrecht auf Bildung auch den Verzicht auf schulische Aussonderung notwendig macht. Die Ausweitung der Beschulung in integrativen Schulen auf alle Hamburger Schulen ist für uns eine Konsequenz aus allen Beiträgen des Kongresses. Wir erwarten daher, dass Politik die Ergebnisse des Kongresses zur Kenntnis nimmt und die integrativen Schulen in Hamburg zur Regelschulform macht. "


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