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Nachhaltige EntwicklungGemeinsam mit dem Präsidenten der Deutschen UNESCO-Kommission, Walter Hirche, will die KMK eine gleichnamige gemeinsamen Empfehlung unterzeichnet werden. Mit Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, soll ein Gespräch über einen gemeinsam erarbeiteten „Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung“ geführt werden.
Die GEW begrüßt die Intentionen beider Vorhaben. Eine globale Perspektive für die Bildung ist in unserer globalisierten Welt längst überfällig. Vor dem Hintergrund weltweiter Entwicklungen, Herausforderungen und Gefahren, die durch Armut, Umweltprobleme und einen ungezügelten Kapitalismus drohen, spielen die Vorgaben des Leitbildes der nachhaltigen Entwicklung eine besonders wichtige Rolle.
Zu hoffen ist, dass es nicht bei unverbindlichen Erklärungen bleibt. Wie ernst es die KMK mit ihren Proklamationen der KMK nimmt, zeigt sich bekanntlich darin, wie gut sie in den einzelnen Bundesländern umgesetzt werden. Die bisherigen Erfahrungen berechtigen dabei nicht zu Optimismus.
Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen sind zentrale Schlüssel für die politische Gestaltung des Globalisierungsprozesses und einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Bei BNE handelt sich dabei um ein ganzheitliches Bildungskonzept, das nicht einzelnen Fächern, Schulstufen oder Schulformen vorbehalten sein kann. Alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen müssen die Kompetenzen erwerben können, die ihnen ein Verständnis von den Wechselwirkungen zwischen der lokalen Lebenswelt und globalen Prozessen ermöglichen und die Grundlage für soziales und gesellschaftspolitisches Engagement sind.
Aus gewerkschaftlicher Perspektive sind die folgenden inhaltlichen Schwerpunkte im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung besonders wichtig: Bildung für alle verwirklichen, Globalisierung gerecht gestalten, Erhalt der natürlichen Ressourcen, kulturelle Vielfalt schützen und interkulturelle Verständigung fördern, Frieden sichern und Konflikte gewaltfrei bearbeiten, Armut bekämpfen, Solidarität und zivilgesellschaftliche Verantwortung lokal und international stärken, umfassender Erhalt und Stärkung von Arbeitnehmerrechten, Stärkung der internationalen gewerkschaftlichen Zusammenarbeit.
Die GEW erwartet eine klare Aussage der KMK bzw. der verantwortlichen Minister/innen in den Bundesländern, in welcher Form die gemeinsame Erklärung und der Orientierungsrahmen Eingang in die Schulpraxis finden sollen. Nicht akzeptabel ist es, wenn die Schulen die Umsetzung ohne die entsprechende Unterstützung leisten sollen.
Schließlich macht die GEW darauf aufmerksam, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen nicht nur eine Frage der Lerninhalte und Methoden ist. Das gesamte Lernumfeld, die Organisationsformen, die räumliche Gestaltung müssen Bildung für nachhaltige Entwicklung unterstützen. Gebäude mit schlechter Energiebilanz; ein Schulsystem, dessen Philosophie auf Aussonderung und Ellbogenmentalität beruht und eine hohe Zahl von Scheiternden produziert; Zeitdruck, der keine Rücksicht auf natürliche Lern- und Lebensrhythmen nimmt; fehlende Unterstützung beim Fächer verbindenden und übergreifenden Unterricht – dies alles steht derzeit noch im Widerspruch zur Philosophie der Bildung für nachhaltige Entwicklung und wartet darauf, dass die politische Verantwortlichen mit ihrer Bearbeitung beginnen.