04.04.2007

Deutschland spart sich bessere Bildung

Ob bei PISA oder beim Besuch des UN-Menschenrechtskommissars - Deutschland macht im Bildungsbereich international keine gute Figur. Auf Kritik und die Empfehlungen, mehr in Bildung zu investieren, gibt es hierzulande seit Jahren eine erstaunliche Reaktion: Die Bildungsausgaben gehen immer weiter zurück!

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden wurden im Jahr 2005 bundesweit 144,8 Milliarden Euro für Bildung ausgegeben, mehr als eine Milliarde Euro weniger als noch im Jahr zuvor (2004: 146,1 Milliarden Euro). Der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt ging von 6,6 auf 6,5 Prozent zurück.

Zwar stiegen die Ausgaben für Bildungseinrichtungen (Kindergärten, Schulen und Hochschulen sowie berufliche Ausbildung) um 1,2 Milliarden Euro (von 114,2 Milliarden 2004 auf 115,6 Milliarden im Jahr 2005) an. Dies wurde allerdings durch massive Einsparungen bei der Weiterbildung wieder wettgemacht.

Während Politik und Wirtschaft immer größere Flexibilität im Beruf fordern und lautstark das Lebenslange Lernen propagieren, streicht im Gegenzug die Bundesagentur für Arbeit Jahr für Jahr ihre Qualifizierungsmaßnahmen zusammen: 2005 gaben die Arbeitsagenturen für Weiterbildung und Umschulung rund 3,8 Milliarden Euro weniger aus als noch 2004.

Hintergrund:

Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes beruhen erstmalig auf einer Neukonzeption, nach der das Bildungsbudget aus einem international abgegrenzten Kernbereich mit Ausgaben von 128,9 Milliarden Euro im Jahr 2005 besteht, dem die internationalen Definitionen von Unesco, OECD und Eurostat zugrunde liegen. Hier werden die Ausgaben für Kindergärten, den Schul- und Hochschulbereich, die berufliche Ausbildung, die Bildungsförderung und für Bildungsgüter erfasst.

Darin enthalten sind auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung der Hochschulen in Höhe von 9,3 Milliarden Euro. Darüber hinaus werden in einem zusätzlichen Teil bildungsrelevante Ausgaben in nationaler Abgrenzung in Höhe von 15,9 Milliarden Euro berücksichtigt, die insbesondere für Weiterbildung, Jugendarbeit, Kinderkrippen und -horte anfallen.

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