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08.07.2009  

Erfolgreiche Demo in Hamburg

Am heutigen Mittwoch fand in Hamburg eine Großdemo des Kita-Bündnisses statt, welches von der GEW Hamburg unterstützt wird. Nach einer Kundgebung vor der Finanzbehörde in Altona-Ottensen gabe es eine Demo durch die Innenstadt.

In Hamburg zu streiken, ist schwieriger als in anderen Kommunen und Bundesländer, da hier die Arbeitsgerichte über Details der Tarifverhandlungsgegenstände auf Veranlassung des Hamburger Arbeitgeberverbandes urteilten, bevor über Inhalte überhaupt gesprochen wird. Dennoch hatten GEW und ver.di die Beschäftigten aus 245 Kitas zu zwei mal zwei Streiktagen aufrufen können. Um aber auch die Kolleginnen und Kollegen aus den anderen 705 Kitas, die nicht unter den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes fallen, an dem Kampf für die gewerkschaftlichen Forderungen beteiligen zu können, hat sich ein Hamburger Kita-Bündnis gebildet, bei dem auch der Landes-Eltern-Ausschuss, der die Eltern aller 950 Hamburger Kitas vertritt, aktiv mitarbeitet. Auch viele GEW-Kolleginnen und Kollegen beteiligen sich aktiv an der Bündnisarbeit.
Das Kita-Bündnis hatte mit finanzieller und aktiver Unterstützung der GEW - Hamburg zur Kundgebung und Demonstration in der Hamburger Innenstadt aufgerufen. Da in dem Bündnisauch viele unorganisierte Kolleginnen und Kollegen sowie ver.di Mitglieder mitwirken hatte sich auch der ver.di Landesverband Hamburg als Unterstützerin und Mitgestaltende gewinnen lassen.
Vor dem Beginn um 17.00 Uhr zogen Kita-Beschäftigte aus den Stadtteilen Altona und Ottensen mit Kita-Eltern und Kindern durch die Stadt, um Unterschriften zu sammeln und selbstgestaltete Strohpuppenkinder, die Plakate trugen, auf denen die Forderungen für bessere Arbeitsbedingungen in den Kitas geschrieben standen, an gut frequentierten Plätzen aufzustellen.
Erwartet wurden rund 1.000 Teilnehmende, aber mehr als doppelt so viele sind zur Kundgebung auf dem Gänsemarkt vor dem Sitz der Finanzbehörde erschienen: Eltern, die sich für eine bessere Bezahlung der Erzieherinnen und eine bessere Ausstattung der Kitas aussprachen, Kita-Beschäftigte, die einen verbindlichen Gesundheitsschutz wollen und viele Unterstützerinnen und Unterstützer aus anderen Bildungseinrichtungen, sowie anderen ver.di-Fachbereichen.
Nach der Begrüßung durch Dirk Mescher, den Geschäftsführer der GEW – Hamburg, und dem stellvertretenden Vorsitzenden Jens Kastner, der die Kundgebung moderierte, hielt Angelika Künstler eine flammende Rede zur Arbeitssituation aus Beschäftigtensicht. Isa Baumgart wies als Elternvertreterin des Landeselternausschusses darauf hin, dass Eltern beim Streik oft die direkt Betroffenen seien, der Hamburger Senat sich aber täusche, wenn die Hamburger Regierung meine, Eltern würden nicht nach wie vor hinter „ihren“ Erzieherinnen und Erzieher stehen: „Wir lassen uns nicht entzweien, was für unsere Erzieherinnen und Erzieher gut ist, ist auch für unsere Kinder gut!“ war die Botschaft ihrer begeistert aufgenommenen Rede. Linda Fischer, aktives Mitglied des Bildungsstreikbündnisses übermittelte solidarische Grüße und warb für mehr Geld in allen Bildungseinrichtungen von der Kita bis zur Hochschule.
Danach zog der Demonstrationszug über den Jungfernstieg, durch die Bergstraße in Sichtweite des Hamburger Rathauses, in dem zu diesem Zeitpunkt die Hamburger Bürgerschaft tagte, zur Mönckebergstraße und versammelte sich zur Schlusskundgebung auf dem Gerhardt-Hauptmann-Platz, auf der Hamburgs ver.di-Vorsitzender Wolfgang Rose in seiner Rede auf die besondere Hamburger Situation in den Tarifauseinandersetzungen verwies, sich für die große Unterstützung der Eltern bedankte und weitere Aktionen des Kita-Bündnisses gemeinsam mit den beiden Gewerkschaften ver.di und GEW ankündigte. „Heute ist der Auftakt für weitere kleine Aktionen, die während der Sommerpause stattfinden werden um dann nach den Sommerferien am Sonnabend, den 29.August wieder mit einer großen Kundgebung die gemeinsame Auseinandersetzung über eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die Kita-Beschäftigten und allen anderen Kolleginnen und Kollegen aus dem Sozial- und Erziehungsdienst kraftvoll weiterzuführen.“
Jens Kastner bedankte sich für die hohe Beteiligung und wünschte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern weiterhin die Entschlossenheit und Kraft, um mit dem Kita-Bündnis die Verbesserungen in den Kitas zu erstreiten, löste dann die Versammlung auf und beendete damit den sehr erfolgreichen Hamburger Aktionstag.

Text: Jens Kastner; Bilder: privat

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