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PM vom 26.05.2009Frankfurt a.M. / Berlin / Worms - ver.di und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) haben die Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst heute fortgesetzt: 25.000 Erzieherinnen, Sozialpädagogen und -arbeiter legten bundesweit die Arbeit für einen Gesundheitsschutz-Tarifvertrag nieder. Allein zu der Kundgebung in Wuppertal kamen 10.000 Beschäftigte, in München 3.500. Die Gewerkschaften dehnten die Streiks zum ersten Mal auch auf die östlichen Bundesländer aus. In allen Ostländern fanden Arbeitsniederlegungen statt. Weitere Streik-Schwerpunkte waren die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. In Hamburg kam es zu Warnstreiks.
GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne forderte die Arbeitgeber vor rund 2.000 Streikenden in Worms auf, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot für einen Gesundheitsschutz-Tarifvertrag auf den Tisch zu legen. Die Hinhaltetaktik der Arbeitgeber, der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), sei unverantwortlich. „Nur 13 Prozent der Erzieherinnen geben laut DGB-Index ‚Gute Arbeit’ an, dass sie während und nach der Arbeit keine gesundheitlichen Beschwerden empfinden. Die Folgen der Überlastung sind psychosomatische Erkrankungen und chronische Erschöpfung. Nur 26 Prozent können sich vorstellen, gesund das Rentenalter zu erreichen. Fazit: Der gesetzliche Gesundheitsschutz reicht nicht aus“, stellte Thöne fest.
Mit einer Protestaktion hatten GEW und ver.di am Dienstag Vormittag vor dem „Deutschen Kommunalkongress“ in Berlin auf ihr Anliegen aufmerksam gemacht. „Die Anforderungen an die Arbeit der Erzieherinnen werden immer höher. Sie sollen qualitativ hochwertige Bildungs- und Erziehungsarbeit leisten, aber die Personalausstattung in den Einrichtungen ist schlecht. Sie sollen Kinder besser individuell fördern, aber es gibt keine Vor- und Nachbereitungszeit. Fortbildung kommt zusätzlich am Feierabend und an Wochenenden hinzu. Hohe Erwartungen an die Arbeitsleistung von Erzieherinnen und deren schlechte Bezahlung stehen in einem krassen Missverhältnis“, betonte Norbert Hocke, GEW-Vorstandsmitglied für Jugendhilfe und Sozialarbeit.
Info: Die nächsten Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und VKA finden am Mittwoch, 27. Mai, in Berlin statt. In dieser Runde geht es auch darum, die durch die Ablösung des Bundesangestelltentarifvertrages (BAT) durch den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) verursachten Gehaltsverluste von rund 13 Prozent für neu eingestellte Erzieherinnen aufzufangen.