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PM vom 06.03.2009Frankfurt am Main/Stralsund - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt die Bemühungen der Kultusministerkonferenz (KMK), den Hochschulzugang für Absolventen beruflicher Bildungsgänge zu erleichtern. „Die Hochschulen müssen sich schnell öffnen, sonst steht der Ausbau der Krippenplätze und Ganztagsangebote auf der Kippe“, sagte Norbert Hocke, für Jugendhilfe und Sozialarbeit verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, am Freitag mit Blick auf die KMK-Tagung.
Angesichts des sehr hohen Fachkräftebedarfs für den Ausbau der Tageseinrichtungen für Kinder sei es vordringlich, endlich den Zugang zu Erzieherstudiengängen an den Hochschulen zu regeln. Hocke erwartet, dass die KMK zügig verbindlich festschreibt, dass die Abschlussprüfungen der Erzieherausbildung als Eingangsprüfung für die Hochschule anerkannt und wie die an Fachschulen erworbenen Leistungen angerechnet werden. Alle Kenntnisse und Fähigkeiten, die sich Erzieherinnen in Aus- , Fort- und Weiterbildung angeeignet haben, müssten auf das Hochschulstudium angerechnet werden. Dabei solle die Möglichkeit, die Hälfte der für den Bachelor-Abschluss erforderlichen 180 Studienpunkte (ECTS) außerhalb der Hochschule zu erwerben, voll ausgeschöpft werden.
Info: Nach einer neuen Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) vom Februar 2009 müssen allein weitere 50.000 (Vollzeit-)Stellen für Erzieherinnen geschaffen werden, wenn die Einrichtungen für Kinder, die jünger als drei Jahre sind, auf eine Angebotsquote von 35 Prozent ausgebaut werden. Zieht man davon die aufgrund der demografischen Entwicklung nicht mehr gebrauchten Plätze für drei- bis sechsjährige Kinder ab, verbleibt ein Bedarf von 34.000 (Vollzeit-)Stellen. Das sind, wenn es bei der derzeitigen Teilzeitquote bleibt, 42.000 Personen. Dazu kommt nach Schätzungen der GEW ein Personalbedarf für den Ausbau von Ganztagsangeboten in Kindertagesstätten in Höhe von 30.000 Stellen. Derzeit sind 22,3 Prozent der Kita-Plätze Ganztagsplätze. Bei insgesamt 3.260.000 Plätzen sind das 727.000 Plätze. Bei einer Ganztags-Angebotsquote von 50 Prozent müssen rund 890.000 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Bei einem Personalschlüssel von 1 : 15 bedeutet das einen zusätzlichen Personalbedarf von 60.000 (Halbtags- ) Stellen, umgerechnet in 30.000 Vollzeitstellen.
Zudem wird der Ausbau von Betreuungsangeboten an Grundschulen zusätzlichen Erzieherbedarf auslösen. Dieser kann nur gedeckt werden, wenn der Beruf attraktiver gemacht wird. Konkret: Die Bezahlung von Erzieherinnen und Erziehern muss verbessert und die Qualität der Ausbildung auf Hochschulniveau angehoben werden.