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PM vom 06.05.2009Frankfurt a.M. – Viele tausend Erzieherinnen und Sozialarbeiter sind heute dem Warnstreikaufruf von ver.di und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gefolgt: In vielen Städten der Bundesrepublik blieben Kitas und Jugendämter geschlossen.
Die GEW ruft ihre Mitglieder in allen sozialpädagogischen Einrichtungen bei kommunalen Arbeitgebern ab dem 7. Mai zu einer Urabstimmung auf. Damit werden nach den Warnstreiks die Vorbereitungen für einen möglichen unbefristeten Streik getroffen, der ab dem 15. Mai beginnen könnte. „Ziel der GEW ist, einen Tarifvertrag für den betrieblichen Gesundheitsschutz durchzusetzen“, erklärte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad in Frankfurt am Main. „Erzieherinnen leiden seit Jahren unter immer schlechter werdenden Arbeitbedingungen. Berufstypische Gesundheitsrisiken sind hoher Lärm und körperliche Belastungen, die häufig zu Rückenschmerzen führen. Die mangelhafte Personalausstattung in Kindertagesstätten ist der Grund für psychosomatische Krankheitsbilder wie Nervosität, Schlafstörungen und Erschöpfung. Zugleich wollen die Gewerkschaften eine deutlich bessere Bezahlung sozialer Berufe durchsetzen. „Mit 2.000 Euro sind die Beschäftigten in diesem außerordentlich anspruchsvollen und wichtigen Beruf vollkommen unterbezahlt“, betonte Schaad.
„Noch ist Zeit, die Arbeitgeber mit vereinten Kräften an den Verhandlungstisch zu bringen und zu einem vernünftigen Angebot zu bewegen“, sagte Norbert Hocke, Leiter des GEW-Vorstandsbereichs Jugendhilfe und Sozialarbeit. Er appellierte auch an die Jugend- und Kultusminister der Länder: „Wenn die Minister wollen, dass frühkindliche Bildung qualitativ verbessert wird, dass es mehr Sprach- und individuelle Förderung sowie eine bessere Vorbereitung auf die Schule gibt, hat dies seinen Preis. Man kann Erzieherinnen nicht auf dem Niveau von vor 20 Jahren bezahlen und erwarten, dass sie automatisch die gestiegenen Berufsanforderungen erfüllen. Frühkindliche Pädagogik hat einen Bildungsauftrag zu erfüllen, zu dem beispielsweise die Dokumentation von Bildungsprozessen und Entwicklungsgespräche mit den Eltern gehören. Das ‚Zukunftsprojekt Kita’ ist zum Scheitern verurteilt, wenn die Arbeitgeber nicht bereit sind, die gestiegenen Anforderungen auch entsprechend materiell zu honorieren“, unterstrich der Kita-Experte.