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13.02.2010

Haiti: Mehr als 700 Lehrer vermisst

Nach Angaben des Generalsekretärs der haitianischen Lehrergewerkschaft, Jean Lavaud, werden mehr als 700 Lehrerinnen und Lehrer nach dem Erdbeben vermisst. Die GEW ruft weiterhin zu Spenden für die Überlebenden der Katastrophe auf.

Einen Monat nach dem schweren Erbeben am 12. Januar 2010 haben haitianische Gewerkschafter gemeinsam mit ihren Landsleuten während eines nationalen Trauertags der 230.000 Opfer gedacht, die nach letzten Schätzungen bei der Naturkatastrophe ihr Leben lassen mussten. Es sei unmöglich, die genaue Zahl der Lehrerinnen und Lehrer anzugeben, die bei dem Beben getötet wurden, sagt Jean Lavaud, Generalsekretär der haitianischen Lehrergewerkschaft ‘Confédération Nationale des Educateurs d’Haïti' (CNEH), doch mehr als 700 Personen gelten als vermisst. Das Erdbeben hat auch zahlreiche Schulen und Wohnhäuser von CNEH-Mitgliedern zum Einsturz gebracht. Die Trauer um die vielen Toten und der tägliche Überlebenskampf in dem zerstörten Land bringt die Menschen an den Rand der Verzweiflung. Viele Lehrkräfte sind traumatisiert.

Auch Jean Lavaud hat am 12. Januar sein Haus und alles Hab und Gut verloren. Wie viele andere lebt er jetzt auf der Straße und schläft unter freiem Himmel. „Obwohl inzwischen eine große Zahl von Hilfsorganisationen im Land ist, erreicht die Hilfe noch immer nicht die am schwersten betroffenen Menschen“, berichtet Lavaud. Lehrerinnen und Lehrer gehören zu den besonders Vernachlässigten, weil sie oft zu stolz oder zurückhaltend sind, um Nahrung oder andere Hilfe zu erbetteln. Heftige Regenfälle verschlimmern die Situation für die Zehntausende, die ohne Zelte und Schutz sind. „Die einzige Hilfe, die wir bisher erhalten, kommt von der Bildungsinternationale“, fügt Lavaud hinzu.

Der Heinrich-Rodenstein-Fonds der GEW ist dem Aufruf der Bildungsinternationale gefolgt und hat 5.000 Euro zur Soforthilfe für die Opfer unter den CNEH-Mitgliedern zur Verfügung gestellt. Wie viele andere Organisationen hatte auch die Bildungsinternationale zunächst einige Mühe, die Spendengelder nach Haiti zu bringen, da das Bankensystem auf der Insel schwer beschädigt ist. Doch mit Unterstützung von Mitgliedsgewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen konnten inzwischen 21.000 Euro an die CNEH übergeben werden. Dadurch ist es der Gewerkschaft nun möglich, Lehrerinnen und Lehrern in einigen der am stärksten betroffenen Regionen wie Jacmel, Petit-Goave, Grand Goave und Nippes direkte Hilfe zukommen zu lassen. Glücklicherweise haben alle Vorstandsmitglieder der CNEH das Erdbeben und die zahlreichen Nachbeben überlebt, obwohl Magalie Georges, die Verantwortliche für Bildungspolitik der Gewerkschaft, schwere Kopfverletzungen erlitten hat. Sie wurde inzwischen in das Providence Hospital nach Washington gebracht, wo ihre Verletzungen behandelt werden.

Unter den Trümmern zerstörter Schulgebäude liegen zahlreiche Kinder und Lehrer begraben

Fotos: Bildungsinternationale



Spendenkonto

Heinrich-Rodenstein Fonds
Konto-Nr. 1 707 274 700
SEB AG Frankfurt am Main
BLZ 500 101 11
Stichwort: Erdbebenhilfe Haiti

 

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