In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau wurde der Hanauer Stadtrat und Sozialdezernent Weiss-Thiel zu den Streiks und den Forderungen der Gewerkschaften befragt.
Insbesondere der drohende Fachkräftemangel im Sozial- und Erziehungsdienst macht ihm zu schaffen. So antwortete Weiss-Thiel auf die Frage, wie er zu den Forderungen der Gewerkschaft stehe: "Ich habe Verständnis dafür. Das passt zu den gestiegenen Anforderungen. Den erwarteten Mehrbedarf an Fachkräften können wir nur decken, wenn der Beruf attraktiver wird."
Leider sei die Stadt jedoch durch ihre Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband tarifgebunden, so Weiss-Thiel auf die Frage, wieso Hanau dann nicht selbstständig die Entlohnung verbessere und für einen besseren Gesundheitsschutz sorge. Die Stadt habe sich für einen angemessenen Kompromiss starkgemacht und gefordert, dass der Arbeitgeberverband gegenüber den Gewerkschaften nicht mauere. Andere Mitglieder hätten sich jedoch anders positioniert.
Auch wenn der Streik erfolgreich ist, brauchen sich Hanauer Eltern keine Sorgen um die Gebühren zu machen. "Wir haben uns bewusst für einen Ausbau der Betreuung und eine Kostenentlastung der Eltern entschieden. Dabei bleibt es", erklärte der Sozialdezernent.
Bleibt zu hoffen, dass sich die Einsicht, dass zur Erhaltung der Qualität eine Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes notwendig ist, auch bei den übrigen Kommunen in der VKA durchsetzt.
Bis dahin wird jedoch weiter gestreikt, so z. B. morgen in Dresden. Hier wird der mdr den ganzen Tag von den Streiks berichten. Bereits heute werden die Streiks in den Medien thematisiert. (siehe Link "Dresden Fernsehen" im Infokasten).