Die Bildungsinternationale ruft zu Protestaktionen gegen die brutale Repression der honduranischen Regierung gegenüber Lehrergewerkschaftern auf. Die gewalttätigen Übergriffe der Polizei gegen demonstrierende Lehrkräfte hat zu zahlreichen Verletzten und zum Tod der Lehrerin Ilse Ivania Velásquez Rodriguez geführt. Die Regierung hat die Führer der sechs honduranischen Lehrergewerkschaften entlassen, mindestens 24 Gewerkschaftsfunktionäre verhaftet und eine schwarze Liste protestierender Lehrkräfte erstellt. Weitere besorgniserregende Entwicklungen betreffen ein neues allgemeines Erziehungsgesetz, das im Parlament diskutiert wird und nach Ansicht der Gewerkschaften den Weg zu einer weitgehenden Privatisierung von Erziehungseinrichtungen frei macht.
Landesweit treiben Polizei und Armee die Proteste der Lehrkräfte mit Tränengas auseinander, ohne Rücksicht darauf, dass häufig Eltern mit Kindern an den Protestmärschen teilnehmen. Die Regierung hat öffentlich erklärt, dass sie weiterhin Waffengewalt gegen protestierende Lehrkräfte einsetzen wird. Im Fernsehen erklärte der Minister für nationale Sicherheit, der einzige Weg zur Lösung des Problems sei die Festnahme der nationalen Führer der Gewerkschaften. Am 18. März erließ der Präsident ein Notstandsdekret, das den Erziehungsminister ermächtigte, Lehrkräfte zu entlassen, die an der Protestbewegung beteiligt waren. Die Regierung hat bereits eine Liste von 1000 Lehrkräften zusammengestellt, die an Demonstrationen beteiligt waren, und ihre Entlassung und Ersetzung ohne Beachtung der rechtlichen Voraussetzungen angekündigt. Die Lehrergewerkschaft COLPROSUMAH berichtet außerdem, dass einige Schulen und Universitäten von bewaffneten Kräften abgeriegelt sind, um gewerkschaftliche Aktivitäten zu unterbinden.
Die drei honduranischen Mitgliedsgewerkschaften der Bildungsinternationale, COLPROSUMAH (Colegio profesional Superación Magisterial), COPEMH (Colegio de Profesores de Educación Media de Honduras) und COPRUMH (Colegio Profesional Union Magisterial de Honduras), zusammengeschlossen im Dachverband FOMH, werten die gegenwärtigen Angriffe der Regierung als Versuch, die Lehrergewerkschaften zu zerschlagen und die Privatisierung im Bildungssektor voranzutreiben.
Bitte schicken Sie Appelle in Spanisch, Englisch oder Deutsch mit der dringlichen Aufforderung an die honduranische Regierung und die Botschaft in Berlin,
· sofort das gewaltsame Vorgehen gegen die Gewerkschaften zu stoppen und die inhaftierten Gewerkschafter frei zu lassen
· die Vereinigungsfreiheit, die Versammlungsfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung zu respektieren;
· das Verfassungsrecht einer öffentlichen Erziehung für alle Bürger zu respektieren.
Bitte schicken Sie Briefe per FAX oder E-Mail an folgende Personen:
Porfirio Lobo Sosa
President of the Republic of Honduras
Secretaría de Estado en el Despacho Presidencial
Edif. Ejecutivo Las Lomas, 3er. Piso, Blvd. Juan Pablo II
Tegucigalpa. M.D.C., Honduras
Fax: 00504 232-1111 oder 00504 220-7464
Efraín Díaz Arrivillaga
Botschafter der Republik Honduras
Cuxhavener Str. 14
10555 Berlin
Fax: 030-39 74 97 12
E-mail: 
Marlón Pascua Cerrato,
Secretary of State for National Defense
Secretaría de Estado en el Despacho de Defensa Nacional
Cuartel del Estado Mayor Conjunto, fte. a Parque El Soldado
Comayagüela, Honduras
Fax: 00504 238-3393
E-mail:
oder
Fotos: Bildungsinternationale