Deutsch-Polnisch-Weißrussisch-Ukrainische Begegnungen
Für deutsche Zungen ist die polnische Sprache gewiss keine einfache und bei Sprachkursanbietern zählt Polnisch zu den „Selten gelernten Sprachen“. Aber immer noch und immer wieder gibt es GEW-KollegInnen, die in der Mühe nicht nachlassen, sich diese Sprache anzueignen. Nicht nur, um bei Klassenfahrten über die Oder hinweg ein paar Brocken in der Landessprache sprechen, sondern auch, um dem Nachbarland wirklich näher kommen und sich mit polnischen KollegInnen besser verständigen zu können. Sprachelernen als Vehikel für Dialog, Verstehen und Verständigung: das ist das Konzept und die Erfolgsgeschichte der GEW-Sommerakademie, die in diesem Jahr vom 19.7.-1.8. einmal mehr in Nowa Kaletka, in der Nähe von Olsztyn an einem masurischen See stattfand. Zum eigentlichen Sprachkurs in kleinen Gruppen gab es täglich wechselnde deutsch-polnische Zweiertandems. Dazu noch Literaturabende, einen Lyrik-Übersetzungswettwerb, Diskussions- und Liederabende mit Fortsetzungen am Lagerfeuer oder auf gemeinsamen Ausflügen.
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Links: Polnisch Lernen in kleinen Gruppen
Mitte: Arbeit im Tandem
Rechts: Die Jury beim Lyrik-Übersetzungswettbewerb
Im weiteren Sinne um Verständigung ging es bei den täglichen Workshops und Abendveranstaltungen: etwa zum Umgang mit deutsch-polnischen Stereotypen, oder zum historisch belasteten Verhältnis zwischen der Ukraine und Polen, zur Situation der Menschenrechte und der Bildung in Weißrussland, aber auch bei Erfahrungen aus biographischer Spurensuche, aus Schülerbegegnungen und Studienfahrten. Besondere Höhepunkte waren die Lesungen mit Matthias Kneip vom Deutschen Polen-Institut in Darmstadt, der sich mit seinen Reiseberichten und Lesungen auch an Schulen längst einen Namen als „Polen-Autor“ gemacht hat und mit Jurko Prohasko von der Universität Lemberg, der sich als Germanist und Übersetzer, aber auch als Essayist intensiv mit dem Thema Herkunft und Identität befasst. Überhaupt war der Blick über die deutsch-polnischen Schengen-Grenzen hinweg das Besondere an der diesjährigen Sommerakademie: eine kulturelle Erweiterung des persönlichen, des europäischen Horizontes, auch durch kontroverse Beiträge bei mitunter heiklen Themen. Musische Aktivitäten, kreatives Mitmachtheater und viele Gespräche am Rande und am See haben diesen Vierländerdialog beflügelt und selbst das eher trübe Wetter konnte dem guten Binnenklima nichts anhaben. Kein Wunder, dass das einhellige Votum der diesjährigen „Akademie-Mitglieder“ beides enthielt, den Dank an die beiden Akademie-Träger GEW und Solidarnosc als auch die Aufforderung, das Projekt im nächsten Jahr erneut aufzulegen. Dank auch an die Kooperationspartner, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und des Bildungs- und Förderungswerk der GEW. Das in die Sommerakademie investierte Geld wurde gut angelegt und wird reichlich Früchte tragen.
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Links: Aufmerksame Zuhörer beim Literaturabend
Mitte: Lagerfeuer am See
Rechts: Die Teilnehmer erhalten zum Abschluss ein Diplom
Text und Fotos: Anna Wankiewicz-Heise