
In seiner Rede auf der Hauptkundgebung in Mainz betonte DGB-Vorsitzender Michael Sommer, gute Arbeit sei sichere und gut bezahlte Arbeit, die Sinn stifte und bei der man sich entfalten könne. Doch weder Ein-Euro-Jobs noch unterbezahlte Arbeit für drei oder fünf Euro hätten etwas mit guter Arbeit zu tun. "Arbeit darf nicht arm machen. Deshalb braucht Deutschland neben den tariflichen Mindestlöhnen auch den gesetzlichen Mindestlohn nicht unter 7,50 Euro pro Stunde", so Sommer.
Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock forderte in Krefeld gute Schul- und Ausbildung für Kinder und Jugendliche. Sie kritisierte die Firmen, die zu wenig ausbildeten. Die Unternehmen hielten es für selbstverständlich, dass die Steuer- und Beitragszahler ihre Versäumnisse ausbügelten. "Aber Fachkräfte fallen nicht vom Himmel!", so Sehrbrock. Sie appellierte an die Unternehmen, auch Jugendlichen eine Chance zu geben, die nicht mit Traumnoten von der Schule kämen: "Kein Jugendlicher darf links liegen gelassen werden. Das wäre nicht nur eine persönliche, sondern auch eine gesellschaftliche Katastrophe."
Auch GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne betonte in seiner Rede in Hamburg, Bildung sei der Schlüssel für die Menschen, einen Arbeitsplatz zu bekommen und damit eine Lebensperspektive in der Gesellschaft zu haben. "Die Realität sieht jedoch anders aus", so Thöne. "Allein 1,5 Millionen Menschen, die jünger als 25 Jahre sind, haben keine Ausbildung. Diese jungen Menschen werden ausgegrenzt. Sie haben kaum Möglichkeiten, in Deutschland Fuß zu fassen. Das ist ein Skandal“, unterstrich der GEW-Vorsitzende. „Wir brauchen ein Umdenken in der Politik! Im Interesse der Jugendlichen und der Zukunft dieser Gesellschaft verlangen wir eine Garantie im Grundgesetz: Alle Jugendlichen müssen einen Ausbildungsplatz erhalten! Es geht um die Lebenschancen von hunderttausenden Jugendlichen und die Sicherung der Qualifikationen für die Zukunft der Gesellschaft.“