Noch ist es zu schaffen. Auf dem UN-Millenniumsgipfel in New York im Jahr 2000 hatten die Staats- und Regierungschefs einstimmig beschlossen, alle Anstrengungen zu unternehmen, die Armut auf dieser Erde bis 2015 zu halbieren und allen Kindern den Besuch einer Schule zu ermöglichen. Auf acht Millenniumentwicklungsziele hatte man sich verständigt, die in den kommenden fünfzehn Jahren verwirklicht werden sollen.
• den Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet, halbieren
• allen Kindern eine Grundschulausbildung ermöglichen
• die Gleichstellung der Geschlechter fördern und die Rechte von Frauen stärken
• die Kindersterblichkeit verringern
• die Gesundheit der Mütter verbessern
• HIV /AIDS, Malaria und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen
• den Schutz der Umwelt verbessern
• eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen
In der Zwischenzeit ist viel erreicht worden. Doch von der Verwirklichung der Millenniumsziele ist die Weltgemeinschaft noch weit entfernt. Immer noch müssen mehr als zwei Milliarden Menschen mit weniger als zwei US Dollar täglich überlegen. Über siebzig Millionen Kinder haben keine Möglichkeit zum Schulbesuch, weil Lehrer, Schulen und Unterrichtsmaterial fehlen. Fast 760 Millionen Menschen gelten nach Angaben der UNESCO als Analphabeten. Wir leben heute in einer Zeit, wo die Menschheit alle Kenntnisse und Mittel besitzt, um Armut wirksam zu bekämpfen. Woran es fehlt ist der politische Wille, um die vor zehn Jahren gemachten Zusagen in die Tat umzusetzen. Dies gilt auch und gerade in der Wirtschafts- und Finanzkrise, die die armen Länder zwar nicht verschuldet haben, die sie aber um so härter trifft.
Die reichen Länder stehen hier in der Verantwortung. Die Krise darf nicht als Ausrede herhalten, um Finanzmittel vorzuenthalten, die für die Umsetzung der Millenniumsziele in den Entwicklungsländern benötigt werden. Im Juni kommen die EU-Regierungschefs zusammen, um eine gemeinsame Position für den UN-Gipfel am 20. – 22. September in New York abzustimmen. Zehn Jahre nach Verabschiedung der Millenniumsziele werden die Unterzeichnerstaaten Bilanz ziehen und Maßnahmen für die verbleibenden fünf Jahre beraten. Die EU und Deutschland stehen in der Pflicht, ihre Anstrengungen zu verstärken und die Hilfszusagen auszuweiten.
Helfen Sie mit, Armut wirksam zu bekämpfen. Jetzt ist Zeit zum Handeln. Machen Sie Druck, damit unsere Politiker nicht vergessen, dass sie die Millenniumsziele einmal beschlossen haben. Schreiben Sie an Bundeskanzlerin Angela Merkel und an den EU-Ratspräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero eine E-Card und fordern Sie sie auf, wirkungsvoll Hilfe zu leisten und verbindliche Fristen zu vereinbaren.
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Links: Weltsozialforum 2007 in Nairobi/Kenia
Mitte: Wellblechhütten in Katutura/Namibia
Rechts: Pflanzen eines Sprößlings in Barcarena/Brasilien
Fotos: Manfred Brinkmann