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06.05.2009  

Nach Warnstreik jetzt Urabstimmung

Mit den Warnstreiks am 6. Mai haben die Arbeitgeber eine weitere Gelegenheit verpasst, umgehend Verhandlungen zum Gesundheitsschutz aufzunehmen. Deswegen ruft die GEW ihre betroffenen Mitglieder zur Urabstimmung auf.

Mit dem 6. Mai 2009 haben die Arbeitgeber eine weitere Gelegenheit verpasst, umgehend Verhandlungen zum TV Gesundheitsförderung aufzunehmen und ein deutlich verbessertes Angebot zur Eingruppierung im Sozial- und Erziehungsdienst vorzulegen. Die Warnstreiks, an denen sich bundesweit rund 20.000 Kolleginnen und Kollegen beteiligt haben, waren ein deutliches Zeichen, dass Erzieher/innen und Sozialpädagog/innen bereit sind, für ihre Forderungen zu kämpfen.

In der Zeit vom 7. bis 13. Mai 2009 sind die Mitglieder der Gewerkschaften GEW und ver.di zur Urabstimmung über einen unbefristeten Streik aufgerufen. Das Ergebnis der Urabstimmung wird am 14. Mai 2009 bekannt gegeben. Der Streik könnte dann am 15. Mai 2009 beginnen. Die GEW lädt in der Zeit vom 7. bis 13. Mai 2009 zu Veranstaltungen und Mitgliederversammlungen ein. Dort können die Mitglieder ihre Stimme abgeben. Selbstverständlich ist dies auch in den Geschäftsstellen der GEW möglich. Genauere Informationen über die Termine und Örtlichkeiten gibt es bei den GEW-Landesverbänden.

Ziel der GEW ist nach wie vor, einen Tarifvertrag für den betrieblichen Gesundheitsschutz durchzusetzen. Dies erklärte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad in Frankfurt am Main. „Erzieherinnen leiden seit Jahren unter immer schlechter werdenden Arbeitbedingungen. Berufstypische Gesundheitsrisiken sind hoher Lärm und körperliche Belastungen, die häufig zu Rückenschmerzen führen. Die mangelhafte Personalausstattung in Kindertagesstätten ist der Grund für psychosomatische Krankheitsbilder wie Nervosität, Schlafstörungen und Erschöpfung. Zugleich wollen die Gewerkschaften eine deutlich bessere Bezahlung sozialer Berufe durchsetzen. „Mit 2.000 Euro sind die Beschäftigten in diesem außerordentlich anspruchsvollen und wichtigen Beruf vollkommen unterbezahlt“, betonte Schaad.
Man kann von den Beschäftigten nicht verlangen, dass sie mit der Bezahlung, die unter dem Niveau des BAT-Vergütungstarifvertrags von 1991 liegt, die qualifizierte Arbeit leisten, die heute mit den Kindern und Jugendlichen notwendig ist.
„Noch ist Zeit, die Arbeitgeber mit vereinten Kräften an den Verhandlungstisch zu bringen und zu einem vernünftigen Angebot zu bewegen“, sagte Norbert Hocke, Leiter des GEW-Vorstandsbereichs Jugendhilfe und Sozialarbeit. Er appellierte auch an die Jugend- und Kultusminister der Länder: „Wenn die Minister wollen, dass frühkindliche Bildung qualitativ verbessert wird, dass es mehr Sprach- und individuelle Förderung sowie eine bessere Vorbereitung auf die Schule gibt, hat dies seinen Preis. Frühkindliche Pädagogik hat einen Bildungsauftrag zu erfüllen, zu dem beispielsweise die Dokumentation von Bildungsprozessen und Entwicklungsgespräche mit den Eltern gehören. Das ‚Zukunftsprojekt Kita’ ist zum Scheitern verurteilt, wenn die Arbeitgeber nicht bereit sind, die gestiegenen Anforderungen auch entsprechend materiell zu honorieren“, unterstrich der Kita-Experte

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