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28.05.2009  

Nach gescheiterten Verhandlungen: Streik fortgesetzt

GEW und ver.di kündigten an, nach dem Scheitern der Verhandlungen am Mitwoch die Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst fortzusetzen. Heute legten wieder 15.000 Erzieherinnen, Sozialarbeiter und -pädagogen die Arbeit nieder.

Nachdem die Arbeitgeber gestern in Berlin ein völlig unzureichendes Angebot zur Gesundheitsförderung vorgelegt hatten, wurden die Verhandlungen darüber abgebrochen.

„Die Arbeitgeber müssen endlich ein verhandlungsfähiges Paket aus Bezahlung und Gesundheitsschutz schnüren. Die Gewerkschaften sind verhandlungsbreit, sobald ein diskussionsfähiges Konzept vorliegt“, sagte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad am Donnerstag in Frankfurt a. M. Bisher hätten die Arbeitgeber die Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst mit ihrer Blockade- und Hinhaltepolitik provoziert. Am Mittwoch habe die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ein „völlig untaugliches Angebot“ für einen Gesundheitsschutz-Tarifvertrag vorgelegt. Zudem hätten sich die Arbeitgeber geweigert, ein verbessertes Angebot zur Entgeltordnung für die im Sozial- und Erziehungsdienst Beschäftigten zu machen (mehr Informationen dazu im neuen GEW-Tarifinfo Nr.5, das im Infokasten zum Download zur Verfügung steht).

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, legten deshalb auch heute wieder rund 15.000 Kolleginnen und Kollegen des Sozial- und Erziehungsdienstes bundesweit die Arbeit nieder.

Seitenabschnitte:

Sachsen

Dresden

In der Sächsichen Landeshauptstadt nahmen heute Erzieherinnen und Erzieher aus 70 Einrichtungen an den Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst teil. Bis auf wenige Notdienststellen wurden alle kommunalen Kitas bestreikt.

Die stellvertretende GEW-Vorsitzende Uschi Kruse erläuterte auf der Streikkundgebung vor dem Volkshaus Dresden die Positionen der Gewerkschaften. Dabei dankte sie den Mitarbeitern für ihr großes Engagement für die Kinder. „Nicht alle wollen und müssen Topmodel werden. Erzieherin ist ein ehrbarer Beruf. Dann soll dieser auch mit Ehre von den Arbeitgebern bedacht werden", forderte sie vor rund 500 Streikenden.

Zu einer Überraschung kam es gegen Ende der Kundgebung: Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) erschien kurzfristig und stellte sich den Fragen der Streikenden. Dabei räumte sie ein, "dass im Kitabereich noch etwas getan werden muss".

Ver.di-Landesbezirksleiter Thomas Voss hob noch einmal hervor, dass die Mehrheit der Eltern die Forderungen der Gewerkschaften unterstützten.

Ein Wermutstropfen war der Versuch der zuständigen Leiterin des Eigenbetrieb Bibas, die streikwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von rund 40 Einrichtungen einseitig zu "Notdiensten" zu verpflichten und so vom Streik abzuhalten, obwohl vorher vom zuständigen Bürgermeister versichert wurde, dass jeder das Recht auf Streikteilnahme habe.

Hierzu meinte Ralf Hron, Vorsitzender des DGB Dresden: „Ich fordere Herrn Bürgermeister Seidel auf, in seinem Bereich Ordnung zu schaffen. Die Leiterin des Eigenbetriebes kann nicht in selbstherrlicher Art und Weise garantierte Grundrechte einschränken. Entweder sie handelt bewusst gegen den Bürgermeister und versucht, unter den Mitarbeiterinnen Angst zu verbreiten. Oder aber sie versteht wirklich nichts von den verbrieften Grundrechten. In beiden Fällen stellen sich einige grundsätzliche Fragen. " Glücklicherweise hatte die Aktion der Leiterin keinen großen Erfolg...



Bilder: privat


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Rheinland-Pfalz

Wittlich

In Wittlich waren ab 14 Uhr bis zu 300 ErzieherInnen aus den Landkreisen Bernkastel-Wittlich und Bitburg Prüm sowie der Stadt Trier zu einer Kundgebung zusammen gekommen.

Auf dem Marktplatz in Wittlich wurde die Empörung der Beschäftigten über die starre Haltung der Arbeitgeber laut und mit Plakaten deutlich sichtbar kundgetan. Bernd Huster, GEW, Volker Euskirchen, ver.di und Erni Schaaf-Peitz, Kita-Leiterin aus Wittlich, sprachen zu den versammelten Streikenden.

Es war ein buntes Bild von Streikenden sowie Eltern und Kindern auf dem Marktplatz in der Eifel – sichtbar für viele Passanten, die großes und wohlwollendes Interesse an dem lebendigen und eher ungewohnten Bild ihrer idyllischen Innenstadt hatten, denn es wird nicht alle Tage in Wittlich gestreikt.

Durch das abwechslungsreiche und kurzweilige Programm führte Jenny Thörner, Erzieherin und GEWlerin. Reden und Grußworte – gemischt mit Pausen zum informativen Austausch bei vielfältigem Infomaterialien und eine Unterschriftensammlung zu einem Offenen Brief an die VKA – wurden abgeschlossen durch die Breakdancer "The Battle-Fanatix" aus dem Haus der Jugend in Wittlich.



Text: Erni Schaaf-Peitz, Bilder: privat


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Nordrhein-Westfalen

Köln

Auch in Köln beteiligten sich wieder viele Kolleginnen und Kollegen an den bundesweiten Streiks. Fast alle kommunalen Kitas blieben geschlossen.
Dieser große Erfolg zeigt, dass die Erzieherinnnen, Sozialpädagogen und Sozialarbeiterinnen geschlossen hinter den Forderungen von GEW und ver.di stehen. So können auch die nächsten Streiktage gelingen: vom 02. bis zum 04. Juni sind Einrichtungen in NRW zum Streik aufgerufen.



Bilder: privat


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Streikaufruf 02.- 04. Juni

 

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