Vor einigen Tagen hatte der Vorsitzenden der Kommunalen Arbeitgebervereinigung Baden-Württembergs, Dieter Salomon, den Arbeitskampf heftigst kritisiert und dabei Erzieherinnen, Sozialarbeiter und die Gewerkschaften massiv angegriffen.
So forderte er, den Arbeitskampf "öffentlich zu ächten" und behauptete, die Streikenden würden die Kinder und ihre Eltern "für die Interessen einer Berufsgruppe in Geiselhaft" nehmen.
Auch sei der geforderte Gesundheitstarifvertrag lediglich ein vorgeschobenes "trojanisches Pferd" und würde die Gewerkschaften nicht wirklich interessieren.
Dieser Angriff auf die eigenen Angestellten wirkt umso befremdlicher, wenn man die politische Heimat Salomons betrachtet: Er ist Mitglied der Grünen.
Der neuerliche Ausbruch Salomons dürfte für die aktuelle Verhandlungsrunde in Frankfurt wenig hilfreich sein und nicht nur die Freiburger Erzierherinnen und Sozialpädagogen gegen die Arbeitgeber aufbringen.
Deswegen fordert die GEW Baden-Württemberg Salomon in einem offenen Brief auf, sich zu mäßigen.
Ein derartiges "Stammtischniveau" sei nicht hinnehmbar, so Doro Moritz und Petra Kilian vom GEW-Vorstand. Vielmehr müsse Salomon als Arbeitgeber auf eine angemessene Einigung hinwirken. Denn eine Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes komme der ganzen Gesellschaft zu gute.