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Praktika

Die Situation von Praktikantinnen und Praktikanten ist teilweise prekär und sittenwidrig.

Verhandlungen innerhalb der Bundesregierung über eine gesetzliche Regulierung des Praktikums sind im Dezember 2008 gescheitert. Die GEW forderte wiederholt bessere Praktikumsbedingungen - z.B. in einer Pressemitteilung vom 9.10.2009. Praktikantinnen und Praktikanten haben aus Sicht der GEW Anspruch auf eine angemessene Vergütung, die Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards und eine qualifizierte Betreuung. Die Hochschulen müssen in den Studienordnungen Zielsetzungen und Rahmenbedingungen für die Praktika definieren und deren Integration in die theoretische Ausbildung gewährleisten: durch eine angemessene Vor- und Nachbereitung sowie durch die Vergabe von Kreditpunkten (ECTS) für die im Praktikum erworbenen Qualifikationen.

Auch die DGB-Jugend sieht dringenden Handlungsbedarf. In einer Broschüre informiert sie Studierende und AbsolventInnen über „Rechte und Pflichten im Praktikum“. Da Recht haben nicht automatisch Recht bekommen bedeutet, ist oft die Mitwirkung des Betriebs- oder Personalrates und der Jugend- und Auszubildendenvertretung von Nutzen. Eine weitere Broschüre der DGB-Jugend informiert daher deren Mitglieder unter dem Titel „PraktikantInnen im Betrieb“ über entsprechende Handlungsmöglichkeiten.

Wie weiter mit der „Generation Praktikum“?

Nach Generation X und Generation Golf hat die Wochenzeitung ‚Die Zeit‘ nun die Generation Praktikum ausgerufen. Die Generation Praktikum macht aus, dass sie nach dem abgeschlossenem Studium mies- bis kaum bezahlte Praktika absolvieren, und zwar eins nach dem anderen. Grund hierfür ist wohl die derzeitige schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Ob diese Analyse allerdings wirklich so zutrifft ist fraglich. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind gerade Akademikerinnen und Akademiker von Arbeitslosigkeit ungleich weniger betroffen. Die Arbeitslosenquote unter ihnen liegt bei rund 4%. Das Problem ist der Berufseinstieg, welcher bei etwa 70% der arbeitslos und arbeitssuchend gemeldeten Hochschulabsolventinnen und -absolventen rund ein Jahr dauerte.

So bleibt oft die Flucht ins Praktikum. Und Praktikantinnen und Praktikanten werden gerne genommen. Der Personalchef einer Tageszeitung aus Berlin stellte auf einer Podiumsdiskussion fest, dass der Betrieb seiner Zeitung ohne sie gar nicht aufrecht erhalten werden könnte. Immerhin: diese Zeitung zahlt ein Praktikumsentgelt.

Ähnlich sieht es auch in anderen Bereichen aus, vor allem in der Werbe- oder Designbranche arbeiten an einigen Projekten vier Praktikantinnen oder Praktikanten mit einer fest angestellten Projektleiterin.

Der Bundesjugendsekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Christian Kühbauch, sieht in solchen Arbeitsbedingungen schon bald die Sittenwidrigkeit erreicht. Die DGB-Jugend vertritt die Position, dass un- oder unterbezahlte Praktika von Akademikerinnen und Akademikern prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind. „Unter dem Deckmantel von für den Berufseinstieg wichtigen Praktika landen immer mehr Absolventinnen und Absolventen in niedrig entlohnten, rechtsfreien und unsicheren Beschäftigungsformen“, so Kühbauch. Deshalb hat sich die DGB-Jugend des Themas angenommen und führt eine Praktikabewertung im Internet durch. Außerdem wurde ein Leitfaden für ein faires Praktikum erstellt. Dieser dient den Praktikantinnen und Praktikanten, aber auch den Firmen- und Personalchefs als Richtlinie. Klares Ziel der DGB-Jugend: nicht nur die Jugend aufstacheln, auch mit den anderen ins Gespräch kommen.

Daniel Taprogge

Students at work

Das Beratungsangebot students at work der DGB-Jugend versorgt Studis schon lange mit allem Wissenswertem rund ums Jobben.


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