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07.04.2009  

Pressekonferenz der GEW zu den Verhandlungen

Der Vorstand der GEW erklärte der Presse ausführlich, worum es bei den derzeitigen Verhandlungen geht und welche Forderungen die GEW hat. Mit Hintergrundmaterial.

Mit deutlichen Worten machte Ulrich Thöne, Vorsitzender der GEW, den anwesenden Pressevertreten klar, worum es in der aktuellen Verhandlungsrunde geht: „Erzieherinnen verdienen mehr als sie verdienen. In den vergangenen Jahren sind die Anforderungen an die Erzieherinnen enorm gestiegen: Sie sind schon lange keine ‚Basteltanten’ mehr. Sie stellen sich mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag für die Jüngsten einer sehr verantwortungsvollen Aufgabe. Alle Studien belegen, dass in den ersten Jahren im Leben eines Menschen entscheidende Weichen gestellt werden.“ Er wies darauf hin, dass das Einsteigegehalt einer Erzieherin 1.922 Euro beträgt. Nach 15 Berufsjahren bekomme sie 2.474 Euro.
Auch Norbert Hocke, Vorsitzender des Organisationsbereichs Jugendhilfe und Sozialarbeit schloss sich dem an und wies darauf hin, dass Erzieherinnen und Erzieher in der Regel mit ganzem Herzen ihren Job betreiben: „Erzieherinnen sind hochmotiviert: 84 Prozent sind stolz darauf, als Erzieherin zu arbeiten. Aber nur acht Prozent sind mit ihren Einkommens- und Arbeitsbedingungen zufrieden. Das sind alarmierende Zahlen. Erzieherinnen haben ein Recht darauf, dass sich die gesellschaftliche Wertschätzung ihres Berufes auch in Euro und Cent niederschlägt.“
Zudem sei in nächster Zeit mit einem Fachkräftemangel zu rechnen, wenn der Beruf der Erzieherin oder des nicht attraktiver würde. Dazu gehöre vor allem eine angemessene Bezahlung und die Aufwertung der Ausbildung. Erzieherinnen wachsen nicht auf Bäumen – und schon gar nicht in einem so kurzen Zeitraum, in dem sie benötigt werden. Wir müssen viel mehr junge Menschen für diesen schönen Beruf gewinnen. Dafür brauchen wir neben der besseren Bezahlung vor allem eine Aufwertung der Ausbildung. Die Ausbildung muss mittelfristig von den Fach- an die Hochschulen verlagert werden. An allen Hochschulen sind grundständige Studiengänge einzurichten. Erzieherinnen brauchen einen höheren Qualifikationsstandard. Zudem müssen ihnen berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten eröffnet werden, die tarifrechtlich relevant sein müssen“, so Hocke.

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