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21.09.2006

Shell Jugendstudie 2006

Junge Menschen sehen deutlich den Zusammenhang zwischen persönlicher Bildung und Lebensperspektiven. Zu diesem Ergebnis kommt die Shell Jugendstudie 2006, die heute von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) und dem Sozialforscher Klaus Hurrelmann in Berlin vorgestellt wurde.

Jugendliche sehen Bildung als Schlüssel für die Zukunft

So blicken lediglich 38 Prozent der Jugendlichen, die eine Hauptschule besuchen, eher optimistisch in die Zukunft. Von ihren Altersgenossen an den Gymnasien sind immerhin 57 Prozent eher zuversichtlich.

Bestätigt wurde außerdem der Befund der PISA-Studie, wonach in Deutschland die Bildungschancen stark von der sozialen Herkunft abhängen: Jugendliche aus sozial privilegierten Elternhäusern besuchten aussichtsreichere Schulformen und durchliefen in der Regel hochwertige berufliche Ausbildungen einschließlich Hochschulgängen.

Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien hingegen besuchten häufiger Haupt- und Sonderschulen. Dabei erzielten sie auch im anschließenden beruflichen Ausbildungsweg nicht die Resultate, die ihrem möglichen Potenzial entsprechen, so die Studie

„Elternkurse“ gefordert

Aufsehen erregte Sozialforscher Hurrelmann mit seiner in der Wochenzeitung „Die Zeit“ geäußerten Forderung nach verpflichtenden Elternkursen. Begründung: Etwa 15 Prozent aller Elternhäuser seien mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert. Diese Überforderung stehe in engem Zusammenhang mit mangelnder Bildung und materieller Armut. „Armut macht die Menschen unsouverän, Väter verlieren ihre Rolle, Mütter ihre Gelassenheit, es entsteht eine Atmosphäre der Haltlosigkeit, oft kommen Alkoholprobleme hinzu, und die Kinder wachsen an der Grenze der Verwahrlosung auf“ so Hurrelmann.

Für eine Volkswirtschaft werde es wirtschaftlich riskant, wenn eine so große Gruppe sozial und leistungsmäßig absacke, meinte der Autor der Jugendstudie. Als Konsequenz daraus forderte er Erziehungskurse für Väter und Mütter. „Wir wissen, dass ökonomisch schwache Eltern mitunter problematische Erzieher sind", so Hurrelmann. „Aber wir alle, auch und gerade die Vertreter der Wirtschaft, müssen begreifen, dass schlecht erzogene Kinder einen gewaltigen ökonomischen Nachteil für das Land bedeuten."

Die GEW lehnt solche verpflichtenden Kurse ab. „Eltern müssen vielfältig unterstützt werden – aber sie schaffen keine Ausbildungsplätze für die Jugendlichen", sagte Norbert Hocke, für Jugendhilfe und Sozialarbeit verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied. Die Beseitigung der Kinderarmut, die Überwindung des auf Auslese ausgerichteten Bildungssystems und mehr Ausbildungsplätze seien die wichtigsten Säulen, um Kindern und Jugendlichen wieder Lebensmut zu geben und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

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