Ver.di und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft haben die Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst fortgesetzt: Heute legten über 11.000 Erzieherinnen, Sozialarbeiter und -pädagoginnen in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Teilen Baden-Württembergs die Arbeit nieder.
Nach den bundesweiten Aktionen in den vergangenen Wochen wird jetzt im Wechsel in den Ländern gestreikt. „Mit dieser Streikplanung wollen die Gewerkschaften die Eltern entlasten. Eltern sind damit jeweils nur kurzfristig von Kita-Schließungen betroffen. Zudem sind Notdienste eingerichtet, so dass alle Kinder, die einer Betreuung bedürfen, auch betreut werden können. Die Streiks richten sich gegen die Arbeitgeber - nicht gegen die Eltern. Die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) hat die Fortsetzung der Arbeitsniederlegungen mit ihrer Verzögerungstaktik und einem völlig unzureichenden Angebot in der vergangenen Woche provoziert“, sagte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad am Montag in Frankfurt a. M. Sie kündigte für Mittwoch weitere Streiks in Nordrhein-Westfalen und Hamburg an.
In Hamburg hatten der größte Kita-Träger und sein Arbeitgeberverband am Freitag vor Pfingsten versucht, über das Hamburger Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung zu erlangen, um den Streik verbieten zu können. Erst am frühen Abend wies das Arbeitsgericht den Antrag ab und erklärte damit den Streik für rechtskonform.
Da unklar war, wie viele Kolleginnen und Kollegen sich durch die von den Arbeitgebern verbreitete Meinung, dass der Streik rechtswidrig sei, verunsichern ließen, war schwer einzuschätzen, wie hoch die Beteiligung am heutigen Tage sein würde. Aber selbst die optimistischsten Annahmen wurden übertroffen. Nicht weniger als an den Warnstreiktagen, sondern deutlich mehr Kolleginnen und Kollegen waren den Aufrufen von GEW und ver.di gefolgt.
Wir versammelten uns vor einer Kita eines der fünf bestreikten Kita-Träger. Dieser Träger hatte in einer Rundmail seine Kita-Leitungen aufgefordert, seiner Rechtsauffassung zu folgen und nicht der eines stellvertretenden Vorsitzenden der Hamburger GEW.
In der Streikkundgebung zielten viele Worte auf die Dreistigkeit dieses Arbeitgebers, das Grundrecht auf Teilnahme an Streiks nach „Gutsherrenart“ untersagen zu wollen.
Nach der Kundgebung zogen die ca. 2.300 TeilnehmerInnen in das nahegelegene Streiklokal „Landhaus Walter“ im Hamburger Stadtpark um sich in die Streiklisten einzutragen und einen kleinen Imbiss einzunehmen.
Die hier vorherrschende Atmosphäre und das Super-Sonnen-Wetter stand dann ganz unter dem Motto: So sorgen die Gewerkschaften für die Gesunderhaltung der Kolleginnen und Kollegen.
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Text: Jens Kastner, Bilder: Andreas Hamm & Thorsten Buchinger
Da NRW heute Streikschwerpunkt war, wurde auch in Köln wieder fleißig für bessere Arbeitsbedingungen gekämpft: Fast alle kommunalen Kitas blieben geschlossen. Um Eltern, die dringend auf eine Betreuung für ihre Kinder angewiesen waren, zu entlasten, wurden Notdienstkitas eingerichtet.
Die Erzieherinnen und Erzieher in Köln und Umgebung zeigten sich weiter fest entschlossen: Man werde den Arbeitgebern nicht nachgeben und sich nicht einschüchtern lassen!
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Bilder: privat