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24.06.2009  

Streiks gehen weiter - Streikpausen geplant

Auch in den vergangenen Tagen gingen die Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst weiter. Schwerpunkte waren Sachsen, Baden-Württemberg, Bayern und Brandenburg. Um die Eltern zu entlasten, setzen die Gewerkschaften die Streikaktivitäten während des Sommers aus.

Aus Protest gegen das unzureichende Arbeitgeberangebot in der letzten Verhandlungsrunde am 19. Juni in Berlin kam es in vielen Bundesländern wieder zu Streikaktionen. Mehrere tausend Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes legten die Arbeit nieder, um den Druck auf die Arbeitgeber aufrecht zu halten. Die Stimmung während der Kundgebungen war sehr gut: Alle Kolleginnen und Kollegen sind zuversichtlich, dass die Arbeitgeber einlenken werden.

Um die Eltern zu entlasten, kündigten die Gewerkschaften an, die Streiks während des Sommers auszusetzen.

Seitenabschnitte:

Sachsen

Dresden

Rund 600 Erzieher, Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagogen nahmen an einer Kundgebung vor dem Dresdner Landtag teil, 61 kommunale Einrichtungen wurden bestreikt.

Die Kundgebung erregte im Landtag einige Aufmerksamkeit: Mehrere Abgeordnete verschiedener Parteien sprachen den Streikenden ihre Solidarität aus. Iris Kloppich, stellvertretende Vorsitzende des DGB-Bezirks Sachsen, versicherte den Kolleginnen und Kollegen, dass auch die anderen DGB-Gewerkschaften geschlossen hinter ihnen stünden.

Höhepunkt war der Beitrag von GEW-Vorstandsmitglied Norbert Hocke. In einer kurzweiligen Rede legte er den Stand der Verhandlungen dar und erklärte, warum das letzte Angebot der Arbeitgeber unannehmbar war. Besonders interessant waren auch die kreativen Aktionen der Erzieherinnen und Erzieher. So hielten sie Plakate hoch, auf denen die gestiegenen Ansprüche an ihre Arbeit dargestellt wurden, und ließen Ballons mit Protestkarten in den Himmel steigen.




Bilder: Claus Scharschuch und Hans-Jürgen Lein


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Baden-Württemberg

Am Montag, 22. Juni, waren alle Beschäftigten landesweit nach Mannheim aufgerufen. Mit Bussen und Zügen reisten rund 8.000 Erzieherinnen und Sozialpädagogen an. An diesem Tag regnete es nur eine kurze halbe Stunde lang - dies aber genau während der Kundgebung. Der kämpferischen Stimmung tat dies keinen Abbruch. "Wir halten durch!" lautete die Parole.

Am Dienstag, 23. Juni, war die Beschäftigten in der Region Stuttgart sowie in den Städten Ulm, Aalen, Geislingen, Konstanz und Singen zum Streik aufgerufen und wieder waren alle da. Eine "Stamm-Team" von rund 2.000 Erziehern und Sozialpädagoginnen versammelte sich wieder in Stuttgart: Man kennt sich bereits, hat Zeit für Gespräche und diskutiert das Arbeitgeberangebot. Und immer wieder bringt jemand einen Kollegen oder eine Kollegin mit, der/die bislang noch nicht dabei war. "Wir müssen es schaffen, dass alle streiken", so der Wunsch der Aktiven.

Stuttgart und die umliegenden Landkreise waren am Mittwoch, 24. Juni, Streikschwerpunkte. Zunächst trafen sich die Streikenden in Stuttgart, um anschließend nach Ludwigsburg zu fahren, wo an diesem Tag die Hälfte der Kitas geschlossen blieb. Mehr als 1.500 Kundgebungsteilnehmer/innen zogen in einem eindrucksvollen Demozug durch die Innenstadt bis zum Rathaus, um dort lautstark gegen die sture Haltung der Arbeitgeber zu protestieren.



Text: Inge Goerlich; Bilder: privat


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