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29.05.2009

Türkei: Polizeiaktion gegen Gewerkschaften

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Am Morgen des 28. Mai 2009 sind türkische Polizeikräfte unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung gegen Organisationen der Zivilgesellschaft vorgegangen. In Ankara und anderen Städten wurden Gewerkschaftsbüros durchsucht und zahlreiche Personen verhaftet.

In Ankara drang die Polizei in die Zentrale des Gewerkschaftsbundes KESK ein und durchsuchte Büroräume. KESK ist der Dachverband der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes, zu denen auch die Bildungsgewerkschaft Egitim Sen gehört.

Auch in anderen türkischen Städten wie Istanbul, Izmir, Van und Manisa fanden Polizeiaktionen gegen örtliche Büros der KESK statt. Dabei wurden über dreißig Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter festgenommen, darunter zahlreiche Mitglieder und Funktionäre der Egitim Sen. Verhaftet wurden u. a. die Egitim Sen Frauensekretärin Gülçin Isbert, die KESK Frauensekretärin Songul Morsümbül, der ehemalige KESK Generalsekretär Abdurrahman Daşdemir und die frühere Egitim Sen Frauensekretärin Elif Akgün. Sie alle befinden sich derzeit in Polizeigewahrsam.

Zübeyde Kılıç, die Vorsitzende von Egitim Sen, gab an, dass die Frauensekretärin Gülçin Isbert während einer Busfahrt von Istanbul nach Ankara verhaftet wurde. Die Gründe für die Verhaftung seien ihr nicht bekannt. Die türkische Bildungsgewerkschaft Egitim Sen kämpft für das Recht auf Bildung als öffentliches Gut und setzt sich für demokratische Verhältnisse in der Türkei ein. In der Vergangenheit war Egitim Sen mehrfach Verbotsdrohungen und Schikanen der Regierung ausgesetzt, weil sie für das Recht der kurdischsprachigen Minderheit auf muttersprachlichen Unterricht eintritt.
 
Egitim Sen hat zu internationalem Protest gegen den neuerlichen Angriff auf gewerkschaftliche Rechte und Freiheiten in der Türkei aufgerufen. In einem Protestschreiben an den türkischen Präsidenten Abdullah Gül fordert der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne die Freilassung der Verhafteten und ein Ende der Verfolgung demokratischer Gewerkschaften in der Türkei. Die GEW ruft ihre Mitglieder auf, weitere Protestschreiben an die türkische Regierung zu schicken, um damit der Forderung nach Freilassung der verhafteten türkischen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter Nachdruck zu verleihen.

Bitte schicken Sie ihren Brief an

President of Turkey
Mr. Abdullah Gül
Fax: 00 90 312 470 13 16
e-mail: E-Mail-Adresse

Prime Minister of Turkey
Mr. Recep Tayyip Erdogan
Fax: 0090 312 417 04 76

Ministry of Justice
Mr. Sadullah Ergin
Fax: 0090 312 4193370

Egitim Sen
Fax: 0090 312 4390118
e-mail: E-Mail-Adresse

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