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16.09.2009

Verhandlungen kommen voran

Am 14. und 15. September verhandelten GEW und Fröbel-Gruppe erneut über einen Tarifvertrag für die Beschäftigten in den Fröbel-Einrichtungen. Dabei konnten ein umfassender Bestandsschutz und ein Mindestlohn erreicht werden.

Mit dem Bestandsschutz wird sichergestellt, dass mit dem neuen Tarifvertrag niemand schlechter gestellt wird, als vorher. Dies betrifft vor allem Beschäftigte mit älteren Verträgen, deren Einrichtungen von FRÖBEL übernommen wurden. Diesen Kolleginnen und Kollegen wird zugesichert, dass sie für sie günstigere Regelungen, die noch aus der Zeit vor der Betriebsübernahme von FRÖBEL stammen, behalten können. Zusätzlich werden auch sie von zukünftigen Gehaltssteigerungen profitieren, auch wenn sie schon heute mehr als den zukünftigen FRÖBEL-Tariflohn verdienen sollten. Neu eingestellte Kolleginnen und Kollegen werden von den neuen Regelungen unmittelbar profitieren.

Neue Gehaltstabelle nimmt Form an

Grundsätzliche Einigkeit mit dem Arbeitgebern besteht darüber, dass es eine neue Gehaltstabelle mit jeweils vier Stufen geben wird. Nach einer bestimmten Zeit der Betriebszugehörigkeit kann man in eine höhere Gehaltsstufe aufsteigen, wenn man eine gewisse Anzahl "Fortbildungspunkte" hat. Diese Fortbildungspunkte werden für den Besuch von Fort- und Weiterbildungen vergeben, wobei grundsätzlich acht Fortbildungsstunden (das sind sechs Zeitstunden) einem Fortbildungspunkt entsprechen. Anrechenbare Fort- und Weiterbildungen werden von einer gemeinsamen Kommission von Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgelegt. Dabei wird es Sonderregelungen für Beschäftigte geben, die besonders belastet sind (zum Beispiel Alleinerziehende). Die Höhe der Entgelte konnte noch nicht abschließend ausgehandelt werden. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass Arbeitgeber und Konzernbetriebsrat erst vor kurzem eine moderate Gehaltserhöhung vereinbart hatten.
Ein Wermutstropfen ist, dass die neue Tabelle mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ganz an die neuen Entgelte im öffentlichen Dienst herankommen wird. Hier wurde jedoch vereinbart, nach einer Probephase über eine mögliche weitere Stufe in der Fröbel-Tabelle zu verhandeln.

Vor- und Nachbereitungszeit kommt

Bei der mittelbaren pädagogischen Arbeit konnte ein Einstieg gefunden werden. Für das pädagogische Personal, welches mit mindestens 30 Wochenstunden beschäftigt ist, wurde eine wöchentliche Vor- und Nachbereitungszeit vereinbart. Hier muss in einer der nächsten Runden erreicht werden, dass allen eine angemessene Vor- und Nachbereitungszeit zur Verfügung steht.

Weitere Verhandlungsrunde vereinbart

Keine Einigung konnte bei der Frage nach einem Nachteilsausgleich für Gewerkschaftsmitglieder erzielt werden. Die gemeinsame Tarifkommission von GEW und ver.di wird die neuen Angebote vor der nächsten Verhandlungsrunde genau prüfen und darüber beraten. Als nächster Verhandlungstermin wurde der 05. Oktober vereinbart. Ein Termin für die Tarifkommission steht noch nicht fest.

"Ein gutes Stück voran gekommen"

"Insgesamt sind wir ein gutes Stück voran gekommen", so GEW-Vorstandsmitglied Norbert Hocke, der die Verhandlungsgruppe von GEW und ver.di bei diesen Gesprächen leitete. "Ich bin überzeugt, dass alle Beschäftigten bei FRÖBEL von dem neuen Tarifvertrag profitieren werden!" Wichtig sei es jedoch, so Hocke abschließend, dass möglichst viele den Arbeitgebern zeigten, dass sie endlich einen gerechten Tarifvertrag wollen und Mitglied in der GEW werden.

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