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Weltsozialforum

"Eine andere Welt ist möglich": Unter diesem Motto findet alle zwei Jahre das Weltsozialforum statt, das sich als offenes Forum der Diskussion und Verständigung von Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und sozialen Bewegungen versteht.
 

Was ist das Weltsozialforum? Ist es ein Raum für soziale Bewegungen oder selbst soziale Bewegung? Das erste Weltsozialforum, das 2001 im brasilianischen Porto Alegre stattfand, wurde als Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum in Davos konzipiert: Während sich dort die Reichen und Mächtigen abgeschirmt von der Bevölkerung trafen, sollte das Weltsozialforum einen offenen Raum für soziale Bewegungen bieten, um sich zu treffen, zu diskutieren und Strategien für eine andere, eine bessere Welt zu entwerfen.

Von Porto Alegre nach Dakar
Nach dem Erfolg des ersten Treffens wurde beschlossen, das Weltsozialforum zu einer dauerhaften Einrichtung zu machen. Eine ‚Charta der Prinzipien’ wurde verabschiedet, die als Grundlage für alle weiteren Foren dient. Nach drei Jahren in Porto Alegre fand das Weltsoziaforum 2004 erstmalig auf dem asiatischen Kontinent, in der indischen Stadt Mumbai statt, um 2005 nach Porto Alegre zurückzukehren. Mit fast zweitausend Veranstaltungen in fünf Tagen und weit über 100.000 Teilnehmern stieß das Weltsozialforum an seine Grenzen. Seitdem findet es in zweijährigem Rhythmus statt. Die kenianische Hauptstadt Nairobi war 2007 Gastgeber des ersten Weltsozialforums auf dem afrikanischen Kontinent. Im Januar 2009 fand es erneut in Brasilien statt, allerdings nicht in Porto Alegre, sondern in Belém, der Stadt an der Amazonasmündung. Die senegalesische Hauptstadt Dakar ist im Februar 2011 der Veranstaltungsort der Weltsozialforums.

Unabhängig und vielfältig
Das Weltsozialforum zeichnet sich durch Pluralität und Vielfalt aus. Es hat einen nicht-konfessionellen Charakter, obwohl kirchliche Gruppen und Organisationen stark präsent sind und ihre Themen einbringen. Auch nationale und internationale Gewerkschaftsorganisationen beteiligen sich aktiv am Weltsozialforum. Das Forum ist unabhängig von Regierungen und Parteien. Zu den wichtigen Themen der Weltsozialforen gehören Demokratie, Frieden, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, Zugang zu Gesundheit, Bildung und Wasser, Arbeitnehmerrechte und der Schutz von Minderheiten. Das Weltsozialforum hat zur Gründung zahlreicher regionaler, nationaler und lokaler Sozialforen geführt, so auch zum Europäischen Sozialforum und zum Deutschen Sozialforum

Die GEW macht mit
Die GEW unterstützt die weltweite Sozialforumsbewegung und nimmt aktiv daran teil. Kolleginnen und Kollegen der GEW waren bei den Weltsozialforen in Brasilien, Indien, Kenia und im Senegal dabei, haben mitdiskutiert und eigene Veranstaltungen durchgeführt. Das nächste Weltsozialforum wird zu Ehren der arabischen Revolutionen Anfang 2013 entweder in Ägypten oder in Tunesien stattfinden.



Auftaktdemonstration beim Weltsozialforum 2011 in Dakar

Fotos: Manfred Brinkmann


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