Heute haben wieder einige tausend Erzieherinnen, Sozialarbeiter und -pädagogen die Arbeit niedergelegt. Gestreikt wurde in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Beschäftigten streiken für einen Gesundheitsschutz-Tarifvertrag. Um die Eltern zu entlasten, finden die Arbeitsniederlegungen seit der vergangenen Woche im Wechsel in den Ländern statt.
Auch für Montag kündigte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) weitere Streiks, unter anderem in Baden-Württemberg, an.
Die Verhandlungen zwischen ver.di sowie der GEW und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) werden am Montag Abend in Fulda fortgesetzt. Sie werden voraussichtlich bis Mittwoch gehen.
Mit einem ersten ganztägigen Streik in Einrichtungen in Hagenow und einem fünfstündigen Streik in der Kita gGmbH Schwerin verstärkten die Beschäftigten der Kitas in kommunaler Trägerschaft den Druck auf die Arbeitgeberseite. Dazu versammelten sich 300 Mitglieder der beiden Gewerkschaften ver.di und GEW heute auf dem Schweriner Altstädtischen Markt zu einem Streikfrühstück und weiteren Protestaktionen. „Wir freuen uns über die große Beteiligung der Erzieherinnen und Erzieher, die sich nicht von den Arbeitgebern einschüchtern lassen haben. Damit zeigen wir auch in Mecklenburg-Vorpommern klare Kante für unsere Forderungen nach einer angemessenen Entlohnung und einem verbesserten Gesundheitsschutz.“, so Daniel Taprogge, GEW-Tarifreferent.
Auch die Ministerin für Gesundheit und Soziales, Manuela Schwesig kam zu den Streikenden und unterstützte sie in Ihren Forderungen, mahnte jedoch an, dass die geforderten Veränderungen auch finanzierbar bleiben müssten. Die Erzieherinnen und Erzieher machten deutlich, dass sie „128 guten Gründen für ein besseres EGO“
(EGO=Entgeltordnung) haben. Diese 128 guten Gründe sind die veränderten Tätigkeiten der Anforderungen ihres Berufes.

Text und Bild: Daniel Taprogge
Am Freitag legten in Kiel, Norderstedt und Elmshorn mehrere hundert Erzieherinnen sowie Sozialpädagoginnen und –pädagogen die Arbeit nieder, davon allein gut 350 in Kiel. Die Gewerkschaften ver.di und GEW hatten die Beschäftigten zum Streik für einen Gesundheitsschutz-Tarifvertrag aufgerufen. „In der kommenden Woche sind von Seiten der GEW in Schleswig-Holstein vorerst keine Streiks geplant, da wieder Verhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern anstehen. Außerdem sollen die Eltern von Kindern aus Kindertagesstätten nicht über Gebühr beansprucht werden“, sagte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer in Kiel.
In der Landeshauptstadt Kiel liefen die rund 350 Streikenden nach dem Motto „Wir ziehen an einem Strang!“ mit einem mehrere hundert Meter langen Seil um den Kleinen Kiel und durch die Innenstadt. Untermauert wurde das Ganze mit lautstarken Gesängen und Schlachtrufen wie „Wir sind hier –Wir sind laut! Weil man uns die Kräfte klaut!“. Die Streikenden wollten damit noch einmal unterstreichen, dass für sie ein Gesundheits-Tarifvertrag und eine höhere Eingruppierung unverzichtbar seien.
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Text: Bernd Schauer, Bilder: privat