Am Mittwoch und Donnerstag legten rund 15.000 Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Sozialpädagoginnen in Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Arbeit nieder, davon allein gut 1.000 in Bremen. Die Beschäftigten streiken weiter für einen Gesundheitsschutz-Tarifvertrag. Die Arbeitsniederlegungen finden seit der vergangenen Woche im Wechsel in den Ländern statt, um die Eltern zu entlasten. Vorgestern hatte die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ein neues Angebot vorgelegt, über das ab Montag Abend in Fulda weiter verhandelt werden soll.
"Die VKA sollte das politische Signal von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) ernst nehmen. Deutschland braucht mehr Erzieherinnen, die unter guten Arbeitsbedingungen den Bildungsauftrag für die Jüngsten auf qualitativ hohem Niveau umsetzen können. Nur so kommen wir auch in der Familienpolitik einen Schritt voran", sagte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad am Donnerstag in Frankfurt am Main.
In Trier und Umgebung blieben am Mittwoch 119 Kitas geschlossen. Rund 350 Erzieherinnen, Sozialpädagogen und Sozialarbeiterinnen versammelten sich trommelnd und pfeifend auf dem Kornmarkt und machten in einer zweistündigen Streikkundgebung auf ihre Lage aufmerksam.
Unterstützt wurden sie dabei von Norbert Hocke, Vorstandsmitglied der GEW. Hocke berichtete von den Verhandlungen in Frankfurt und stellte kurz das Angebot der Arbeitgeber vor. Dies sei "ein Schritt in die richtige Richtung", von einer Einigung sei man aber noch ein ganzes Stück entfernt. Deswegen würden die Streiks weiter gehen. Für die nächste Verhandlungsrunde am Montag wünscht sich Hocke die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen auf der Straße: "Ihr stärkt uns damit den Rücken!" ermutigte er die Anwesenden.
Auch Erni Schaaf-Peitz, Leiterin einer Wittlicher Kita, fand deutliche Worte: "Wir wissen, warum wir hier stehen!" Es könne nicht sein, dass die Arbeitgeber trotz des zu erwartenden Fachkräftemangels nicht alles dafür täten, das Berufsbild attraktiver zu machen. Dazu gehörten ein besserer Gesundheitsschutz sowie eine angemessene Bezahlung.
Am Ende waren sich alle einig: Wir sind noch nicht am Ende! Wenn die Arbeitgeber weitere Streiks haben wollen, können sie die bekommen!
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Bilder: privat
In Zwickau wurden am 10. Juni 14 kommunale Kitas bestreikt. Rund 100 Kolleginnen und Kollegen von ver.di und GEW zogen mit einem Autokorso durch die Stadt zur Streikkundgebung am Georgenplatz. Hier wurden die Erzieherinnen und Sozialarbeiter über das Angebot der Arbeitgeber informiert.
Am Ende des Tages war man sich einig: Es wird gemeinsam weitergestreikt, bis die Arbeitgeber einem angemessenen Gesundheitsschutz zugestimmt haben!
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Bilder: privat
Am 11. Juni kamen mehrer hundert Erzieherinnen und Erzieher nach Flensburg, wo sie mit einer medienwirksamen Aktion deutlich machten: Kolleginnen und Kollegen von GEW und ver.di kämpfen gemeinsam für ihre Ziele. Unter dem Motto "Wir ziehen gemeinsam an einem Strang!" zogen sie ihre Forderungen an einem Band durch die Innenstadt. Dabei konnte sie das schlechte Wetter nicht abschrecken: "Wir wollen zeigen, dass wir alle bereit sind, für unsere Ziele zu kämpfen!" so ein Teilnehmer vor Ort.
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Bilder: privat