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18.05.2009  

Zweiter Tag des Streiks war voller Erfolg!

Auch am zweiten Streiktag im Sozial- und Erziehungsdienst blieben wieder zahlreiche Kitas geschlossen. Gemeinsam mobilisierten GEW und ver.di rund 15.000 Mitglieder.

Streikschwerpunkte waren die Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und das Saarland. In vielen Städten wie Saarbrücken, Stuttgart, München und Köln (siehe unten) wurde ein Großteil der kommunalen Kitas bestreikt. Mit ihren Aktionen kämpfen die Erzieherinnen für einen Gesundheitsschutz-Tarifvertrag. Ver.di und Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kündigten die nächste Streikwelle für den morgigen Dienstag an.


Als „unseriöse Augenwischerei“ wies die GEW die Aussage von Manfred Hoffmann, Verhandlungsführer der Vereinigung Kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA), zurück, die Arbeitgeber hätten in den Tarifverhandlungen zur Entgeltordnung bereits eine Gehaltssteigerung von bis zu 230 Euro angeboten. „Dieses Angebot gilt – nach 15 Berufsjahren (!) – nur für die kleine Gruppe von Erzieherinnen, die in die Entgeltgruppe (EG) 8 eingestuft werden soll. Die überwiegende Mehrzahl der Erzieherinnen soll im Vergleich zum alten Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) weiterhin 13 Prozent Gehaltsverlust hinnehmen. Die GEW lehnt das VKA-Angebot ab und fordert eine Eingruppierung aller Erzieherinnen in EG 9“, sagte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad am Montag in Frankfurt a. M. Dies bedeute beim Einstiegsgehalt eine Steigerung um 315 Euro. Bisher werden Erzieherinnen in der EG 6 einsortiert.

Am morgigen Dienstag werden die Streiks fortgesetzt.

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Pressemitteilungen
 

Köln

In Köln erreichten die Kolleginnen und Kollegen durch viel Engagement und Überzeugungsarbeit, dass rund 200 städtische Kitas geschlossen blieben. Lediglich einige Notdienst-Kitas hatten geöffnet.

An der zentralen Streikversammlung nahmen rund 1000 Erzieherinnen und Erzieher teil. Mit kreativen Plakaten machten sie deutlich, dass sie weiter streiken werden, bis die Arbeitgeber nachgeben!



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Nürnberg

Auch in Nürnberg und Umgebung wurde mit großem Erfolg gestreikt. So blieben fast alle aufgerufenen Einrichtungen, wie z. B. der ASD und die Blindeninstitutsstiftung geschlossen. In einer Einrichtung setzte der Arbeitgeber jedoch Streikbrecher aus anderen Einrichtungen ein, um den Betrieb aufrecht zu halten.

Auch aus dem Umland strömten die Streikenden nach Nürnberg, um sich in den Streiklisten einzutragen und an der Streikversammlung teilzunehmen. Hier wurden die Erzieherinnen und Erzieher selbst aktiv: Spontan richteten sie Workshops ein und behandelten selbstorganisiert Themen wie Streikrecht, Leistungsentgelt und Bezahlung in der sozialen Arbeit.

Unterstützung kam aus Schwabach: Hier wurde der Kindergarten Waldemar-Bergner bestreikt. Die Reaktion der Eltern war durchwegs positiv. Der Elternbeirat unterstützt die Forderungen der GEW und hat bereits heute morgen eine dementsprechende Presseerklärung verfaßt.



Bilder: Privat


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Stuttgart

Die bundesweite Streikwelle im Sozial- und Erziehungsdienst erfasste am Montag, 18. Mai auch Nordwürttemberg. Mehr als 200 Kindertagesstätten blieben in Stuttgart und den umliegenden Städten und Landkreisen geschlossen.

Anstatt wie gewohnt zur Arbeit zu erscheinen, kamen mehr als 2500 Streikende und Sympathisierende zur zentralen Streikveranstaltung nach Stuttgart, um für bessere Arbeitsbedingungen im Sozial- und Erziehungsdienst zu demonstrieren. Nach einem bunten und lauten Protestzug quer durch die Stuttgarter Innenstadt fand auf dem Schlossplatz die Abschlusskundgebung statt.
 
Auf der Kundgebung forderten Gewerkschaftsvertreter/innen und Streikteilnehmer/innen die Arbeitgeber dazu auf, endlich in ernsthafte Verhandlungen über einen Tarifvertrag zur Förderung des betrieblichen Gesundheitsschutzes einzutreten. Dieser sei angesichts der teilweise miserablen Arbeitsbedingungen und der dadurch verursachten Gesundheitsbelastung der Mitarbeiter/innen längst überfällig. Gleichzeitig machten sich die Rednerinnen und Redner für eine allgemeine Anhebung der Vergütung in den Sozial- und Erziehungsberufen stark.


Text: Martin Schommer


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